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Warum es diesen Blog gibt – und warum ich begonnen habe über Hochbegabung zu sprechen

Warum es diesen Blog gibt – und warum ich begonnen habe über Hochbegabung zu sprechen

Kreativität
Brzeska Malgorzata

Hallo, ich bin Dr. Małgorzata Brzeska.

Auf meinem Blog schreibe ich über Hochbegabung, Höchstbegabung und Hochsensibilität – sowie über Wertschätzung, positive Entwicklungen im Schulsystem und neue Wege für Kinder. Wege, die wirklich zu ihnen passen.

Schön, dass du hier bist!

Warum es diesen Blog gibt – und warum ich begonnen habe über Hochbegabung zu sprechen

Dieser Raum – mein Blog ebenso wie mein Instagram-Konto – ist entstanden, um hochbegabte und höchstbegabte Kinder, ihre Eltern und auch engagierte Lehrkräfte zu unterstützen.

Denn ich wünsche mir von Herzen, dass es Kindern, Eltern und allen Beteiligten im Bildungssystem besser geht.

Aktuell erleben wir jedoch noch viel zu oft eine andere Realität: Wenn Kinder nicht in das vorgesehene Raster passen, wird es für sie enorm schwierig im Schulsystem.

Für Kinder, die in bestimmten Bereichen mehr Unterstützung brauchen, gibt es zum Glück viele Angebote – sowohl in der Schule als auch außerhalb, etwa durch Förderprogramme oder Nachhilfe. Hier stoßen Eltern in der Regel auf Verständnis.

Doch wenn Kinder „in die andere Richtung“ ausschlagen – wenn sie hochbegabt, höchstbegabt oder hochsensibel sind – sieht die Situation oft ganz anders aus. Die Unterstützung ist gering. Das Verständnis fehlt häufig.

Eltern werden nicht selten so betrachtet, als hätten sie ihre Kinder zur Höchstleistung gedrängt.
Dabei erleben viele von ihnen genau das Gegenteil: Sie sehen, wie ihre Kinder in der Schule Zeit verlieren. Wie sie sich langweilen. Wie sie sich innerlich zurückziehen. Und nicht selten führt genau das zu Underachievement oder sogar zu depressiven Verstimmungen. Betroffene Kinder werden nicht selten aggressiv entweder sich selbst oder den anderen gegenüber. Das ist eine sehr große Gefahr, denn von hier zu einer Falschdiagnose ist es leider nicht weit.

Unsere eigene Geschichte zum Schulstart war so unglaublich, dass ich heute sage:
Hätte mir das jemand vorher erzählt – ich hätte es nicht geglaubt und nie für möglich gehalten, wie undankbar das Schulsystem den extrem schlauen Kids gegenüber manchmal sein kann. Vielleicht schreibe ich mal etwas mehr darüber.

Solche „unglaublichen Geschichten“ sind dennoch die harte Realität für viele Familien.
Es ist Zeit für eine Veränderung, es ist Zeit jeden zu schätzen, wie er oder sie als Schüler ist und ein Umfeld zu schaffen, das es den Schülern ermöglicht sich von dem Standpunkt aus zu entwickeln, wo sie gerade stehen.

Deine Malgorzata

Schule ist mehr als Stoff

Ein Argument, das man in diesem Zusammenhang oft hört, ist:
„Schule ist doch mehr als nur Stoff.“

Ein wichtiger Gedanke – absolut!

Doch erstaunlicherweise wird dieses Argument fast ausschließlich dann verwendet, wenn es um hochbegabte Kinder geht. Wenn ein Kind unterfordert ist, wenn es intellektuell nicht abgeholt wird, dann scheint dieser Aspekt plötzlich weniger relevant zu sein.

Dabei gilt doch auch hier: Lernen, Entwicklung und Wohlbefinden gehören untrennbar zusammen.

Und genau dafür möchte ich mit diesem Raum sensibilisieren. Dieser Raum, mein Blog als auch das Instagramkonto ist entstanden, um hochbegabte und höchstbegabte Kinder, ihre Eltern und auch engagierte Lehrkräfte zu unterstützen. 

Schule ist mehr als Stoff.  Aber das „mehr“ kann das Stoff nicht ersetzen oder ausgleichen. Ohne Input können sich die Kinder auf sozialen und emotionalen Ebene nicht gerecht entwickeln.

Der Anfang, vor Blog, war Instagram

Ganz ehrlich? Es begann nicht mit einem großen Plan.

Es begann mit einem Impuls.

Ich wollte meine Gedanken teilen.
Ich wollte sichtbar machen, was oft unsichtbar bleibt.
Und ich wollte Eltern erreichen, die sich – so wie ich damals – allein fühlen.

Instagram war dafür perfekt, sofort umsetzbar, ohne Hürden, ohne lange Vorbereitung – einfach anfangen.

Und genau das habe ich getan, ich muss zugeben, nicht ganz ohne Angst, aber mein Bedürfnis, Lösungen zu suchen und darüber zu sprechen, wie unvorbereitet das System für hochbegabte Kinder ist, war stärker.

Von Instagram, LinkedIn Beiträgen zum Blog

Was dann passiert ist, hat mich überrascht

Ich habe begonnen zu schreiben.
Über Hochbegabung.
Über Unterforderung.
Über Zweifel, Gespräche mit Schulen, Entscheidungen.

Und dann kam etwas, womit ich so nicht gerechnet habe: Resonanz.

Nachrichten von Eltern. Erfahrungen, die sich ähnelten.
Gedanken, die ich selbst hatte – plötzlich ausgesprochen von anderen.

Und ich habe noch etwas beobachtet: Meine Beiträge wirken nach. Auch wenn ich Pausen mache.
Auch wenn ich nicht regelmäßig poste.

Das Profil wächst weiter. Die Inhalte bleiben relevant. Die Themen sind da.

Das hat mir gezeigt: Das ist kein kurzfristiges Thema, das ist ein echter Bedarf und es braucht mehr Raum – ein Blog.

Statt Unterstützung zu erfahren, geraten die Eltern in eine Endlosschleife sich rechtfertigen zu müssen. Das ist eine sehr harte und unnötige Erfahrung, die dem Kind wenig bringt. 

Warum Instagram nicht ausreicht und daher Blog

Instagram ist schnell, emotional, direkt. Aber auch begrenzt.

Viele Gedanken lassen sich dort nur anreißen.
Viele Themen verdienen deutlich mehr Tiefe, mehr Kontext, mehr Raum zum Denken.

Gerade wenn es um Hochbegabung geht, reicht ein kurzer Post oft nicht aus. Ich sehe diese Themen immer sehr vernetzt und mag sie aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten.

Denn:

  • Hochbegabung ist komplex
  • Höchstbegabung ist noch komplexer
  • Familienrealitäten sind individuell
  • Entscheidungen sind selten einfach

Und genau hier hat etwas in mir angefangen zu arbeiten. Ich habe bemerkt, dass ich ein Thema nie auf Instagram erschöpfen kann. Die Storys werden zu lang, Beiträge mit zu viel Text versehen. Mein Wunsch nach Tiefe und Darstellung der vernetzten Themen wuchs. 

Hochbegabung ist ein sehr komplexes Thema. Hut ab für alle Eltern, die es erkannt haben und sich dafü einsetzen, dem Kind gleichberechtigte Möglichkeiten zu geben.

Der Wunsch nach Tiefe

Ich habe gemerkt: Ich möchte mehr sagen, Ich möchte Dinge zu Ende denken und aus mehreren Perspektiven beleuchten. Ich möchte Zusammenhänge erklären und dabei auf Augenhöhe bleiben.

Nicht nur Impulse geben –sondern Orientierung. Nicht nur Gefühle teilen –sondern Verständnis schaffen.

Und genau daraus ist die Idee entstanden: Ein Blog.

Die Hochbegabung oder Höchstbegabung ist selten nur „kognitiv“.

Warum ein Blog über Hochbegabung, Höchstbegabung und Hochsensibilität

Diese Themen gehören  für mich zusammen.

Hochbegabung oder Höchstbegabung ist selten nur „kognitiv“. Sie ist oft verbunden mit:

  • intensiver Wahrnehmung, emotionaler Tiefe, hoher Sensibilität, starkem Gerechtigkeitssinn
  • und innerem Antrieb.

Viele Kinder – und auch Eltern – bewegen sich genau in diesem Spannungsfeld und genau dafür möchte ich Raum schaffen.

Einen Raum, in dem: komplexe Gedanken Platz haben, Erfahrungen ehrlich geteilt werden, Zusammenhänge verständlich werden und niemand sich erklären oder rechtfertigen muss.

Unabhängig. Tiefer. Ehrlich.

Dieser Blog ist für mich ein bewusster Schritt: Weg von der Begrenzung und hin zu mehr Tiefe. Hier darf ich: länger schreiben, differenzierter denken, Themen von verschiedenen Seiten beleuchten und vor allem: Ich kann Inhalte schaffen, die bleiben. Die man wieder liest, die man teilt, die man vielleicht genau in dem Moment findet, in dem man sie braucht.

Dein hochbegabtes Kind ist nicht anders, es ist wunderbar!

Für wen ich schreibe

Für Eltern, die spüren:
„Mein Kind ist anders – aber ich kann es noch nicht greifen.“

Für Eltern, die schon wissen:
„Mein Kind ist hochbegabt / höchstbegabt – aber der Weg ist herausfordernd.“

Für Eltern die (noch nicht) realisiert haben welchen Unterschied die Kinder im Schulsystem erleben, wenn sie hochbegabt versus höchstbegabt sind.

Für Familien, die müde sind, sich immer wieder erklären zu müssen.

Für Lehrkräfte, die verstehen und unterstützen wollen. Danke, dass es euch gibt!

Und letztendlich auch für Erwachsene, die sich selbst in diesen Themen wiederfinden.

Brzeska Malgorzata

Hallo, ich bin Dr. Małgorzata Brzeska.

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Wenn du beim Lesen gespürt hast, wie sehr dich diese Situation selbst fordert – wie viel Kraft es dich kostet, zu erklären, zu tragen, stark zu bleiben – dann bist du hier genau richtig.

Denn oft geht es nicht nur um das Kind.
Es geht auch um dich.

Um deine Erschöpfung.
Deine Zweifel.
Dein Gefühl, nicht gehört oder nicht ernst genommen zu werden.

Und genau hier setze ich an.

In meinem 1:1 Coaching und Mentoring begleite ich Eltern hochbegabter, hochsensibler und intensiver Kinder dabei, wieder in ihre eigene Stärke zu kommen.
Klarheit zu gewinnen.
Sicherheit im Handeln zu entwickeln.
Und Wege zu finden, die sich nicht nur für das Kind – sondern auch für dich stimmig anfühlen.

Denn du kannst dein Kind nur dann wirklich tragen, wenn auch du Halt hast. Du musst diesen Weg nicht allein gehen.

Wenn du spürst, dass jetzt der Moment ist, dich selbst wieder zu stärken und einen klaren nächsten Schritt zu gehen, dann lade ich dich herzlich ein zu einem persönlichen 1:1 Coaching oder Mentoring mit mir.

Was du durch eine Zusammenarbeit mit mir gewinnst

  • Klarheit statt Zweifel: Du verstehst endlich, warum dein Kind so reagiert – und was es wirklich braucht.

  • Sicherheit im Handeln: Du lernst, wie du in Schule, Familie und Alltag souverän Entscheidungen triffst.

  • Mehr Leichtigkeit: Du erlebst, wie sich Konflikte entspannen, wenn du die Dynamiken dahinter erkennst.

  • Stärkung eurer Beziehung: Du gewinnst neue Wege, dein Kind auf Augenhöhe zu begleiten.

  • Individuelle Strategien: Keine Standardtipps – alles ist passgenau auf dein Kind und eure Situation ausgerichtet.

  • Wachstum für dich selbst: Du entwickelst dich als Elternteil weiter und gehst gestärkt aus diesem Prozess hervor.

Brzeska Malgorzata

Coaching und Mentoring mit Dr. Malgorzata Brzeska

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Wenn Schule nicht nur Kinder, sondern ganze Familien erschöpft

Wenn Schule nicht nur Kinder, sondern ganze Familien erschöpft

Kreativität
Brzeska Malgorzata

Hallo, ich bin Dr. Małgorzata Brzeska.

Auf meinem Blog schreibe ich über Hochbegabung, Höchstbegabung und Hochsensibilität – sowie über Wertschätzung, positive Entwicklungen im Schulsystem und neue Wege für Kinder. Wege, die wirklich zu ihnen passen.

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Wenn Schule nicht nur Kinder, sondern ganze Familien erschöpft

Die Schule soll ein Ort des Lernens sein. Ein Ort der Entwicklung, der Neugier, der Möglichkeiten. Doch für viele Familien – insbesondere für Eltern hochbegabter und hochsensibler Kinder – wird Schule zu einer dauerhaften Belastungsprobe. Nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Eltern.

In meiner Vorstellung – und in der vieler Familien – wäre Schule genau der Ort, an dem die Kinder endlich die Flügel ausbreiten können; ein Ort, an dem ihre Interessen berücksichtigt werden, an dem sie Fortschritte machen. Letztlich ein Ort, an den die Kinder gerne gehen, wo Teamarbeit und Bildung stattfinden, alle voneinander lernen, Toleranz gelebt wird und keine Ausgrenzung passiert. Eine Schule, die flexibel ist, gerecht handelt und sich an die jeweilige Situation der Kinder anpasst.

Stattdessen gehen viele Kinder nur aus Pflichtbewusstsein zur Schule: „Mama, Papa, ich gehe nur, damit ihr keine Strafen zahlen müsst.“ Diesen Satz höre ich immer wieder.

Warum ist das so? Es liegt an fehlender Passung. Wenn Kinder nicht in das vorgegebene Raster passen und nicht das Glück haben, auf eine verständnisvolle und flexible Lehrkraft zu treffen, beginnen die Herausforderungen – oft für die gesamte Familie.

 

Eltern im Fokus

Ich finde, es ist ebenso wichtig, den Fokus auf die Eltern zu legen. Wir kümmern uns ständig um die Anliegen der Kinder – doch eine Fehlpassung im System wirkt sich auch auf die Eltern aus. Wenn es ihnen nicht gut geht, fehlt oft die Kraft, ihre Kinder zu unterstützen oder für sie einzustehen.

Die Zeit im Schulsystem kann sehr herausfordernd sein – nicht nur für die Kinder, sondern für die gesamte Familie, die die Auswirkungen täglich mitträgt. Ich sage oft: Lehrer zu sein ist ein anspruchsvoller Beruf, aber die direkten Konsequenzen ihres Handelns tragen vor allem die Kinder – und ihre Eltern.

„Lehrer zu sein ist ein anspruchsvoller Beruf, aber die direkten Konsequenzen ihres Handelns tragen vor allem die Kinder – und ihre Eltern.“

Familien, für die es nicht funktioniert, leben sehr oft an der Grenze der Belastbarkeit und Erschöpfung, gemischt mit verlorener Hoffnung, Chancen und Möglichkeiten für die Kinder.

Daher diesmal ein Beitrag über den Einfluss der Fehlpassung auf gesamte Familien.

Deine Malgorzata

Wenn Schule nicht nur Kinder, sondern ganze Familien erschöpft

Die Schule soll ein Ort des Lernens sein. Ein Ort der Entwicklung, der Neugier, der Möglichkeiten. Doch für viele Familien – insbesondere für Eltern hochbegabter und hochsensibler Kinder – wird Schule zu einer dauerhaften Belastungsprobe. Nicht nur für die Kinder. Sondern auch für die Eltern.

Denn was oft übersehen wird: Diese Eltern tragen nicht einfach „nur“ die Verantwortung für ihr Kind. Sie stehen täglich in einem Spannungsfeld aus Verständnis, Kampf, Erschöpfung und dem ständigen Versuch, ihr Kind zu schützen, nach Möglichkeiten und Passung suchen – und gleichzeitig stark zu bleiben.

Hochbegabung und Höchstbegabung werden oft romantisiert. Hochsensibilität hingegen bleibt häufig unerwähnt. Kaum jemand ahnt, wie herausfordernd die Schulzeit für diese Kinder tatsächlich sein kann.

Denn wenn die Passung in der Schule nicht gegeben ist, passiert etwas Entscheidendes: Kinder investieren ihre Energie nicht mehr in den Lernprozess, sondern in Anpassung. Sie versuchen, sich einzufügen, nicht aufzufallen, Erwartungen zu erfüllen – oft um den Preis ihrer eigenen Entwicklung.

Die Folgen sind tiefgreifend. Echte Beziehungen entstehen kaum, weil Verbindung Sicherheit braucht. Sicherheit wiederum entsteht nur dort, wo ein Kind sich verstanden fühlt. Fehlt diese Grundlage, fällt es schwer, Vertrauen in den eigenen Weg und in den gesamten Lernprozess aufzubauen.

Statt innerer Stabilität wächst Unsicherheit. Und aus dieser Unsicherheit heraus beginnen viele Kinder, an sich selbst zu zweifeln. Diese Dynamik bleibt nicht auf die Schule begrenzt. Sie wirkt ins Familienleben hinein – leise, aber konstant. Spannungen nehmen zu, Erschöpfung wird zum Begleiter.

Und oft sind es die Eltern, die diese Last tragen. Sie verstehen, sie regulieren, sie kämpfen – und stoßen dabei nicht selten selbst an ihre Grenzen.

Wenn Schule zum täglichen Kraftakt wird, sind es nicht nur Kinder, die kämpfen – es sind ganze Familien, die still mittragen.

Wenn Eltern mehr sehen, mehr spüren, mehr mittragen müssen

Eltern hochbegabter und hochsensibler Kinder sind häufig selbst ähnlich veranlagt. Sie nehmen feine Unterschiede wahr. Sie erkennen früh, wenn etwas nicht stimmt. Sie spüren, wenn ihr Kind leidet – auch dann, wenn es nach außen „funktioniert“.

Das bedeutet aber auch: Jede Schwierigkeit trifft sie tiefer.

  • Sie sehen die Unterforderung – lange bevor sie für Außenstehende sichtbar wird und oft erkennen sie die emotionale Überlastung, bevor sie eskaliert. Sie spüren ganz deutlich die Diskrepanz zwischen Potenzial und Realität.

Und genau dieses „Mehr-Sehen“ wird ihnen oft nicht geglaubt.

Die Eltern sehen die Unterforderung – lange bevor sie sichtbar wird und oft erkennen sie die emotionale Überlastung, bevor sie eskaliert. Sie spüren ganz deutlich die Diskrepanz zwischen Potenzial und Realität.

Weil es in anderen Familien nicht in diese Tiefe geht, zögern gerade die Eltern, die diese Intensität erleben, mit ihrer Reaktion. Sie beobachten oft, wegen ab, versuchen innerhalb der Familie Einfluss zu nehmen, obwohl sie wohl wissen, dass die Situation in der Schule die Ursache für die Herausforderungen ist.

Sie handeln nicht impulsiv – im Gegenteil:
Sie machen sich sehr bewusst Gedanken darüber, wie sie die Schule auf die so greifbaren Herausforderungen ansprechen können – und vor allem wann.

Das ist keine Unsicherheit.
Das ist Strategie auf höchstem Niveau.

Der permanente Rechtfertigungsmodus

Viele dieser Eltern berichten von einem immer gleichen Muster:

Sie beobachten Probleme → sprechen sie an → werden relativiert → zweifeln → kämpfen weiter. In diesem Prozess laufen die Eltern mehrere Loops.

Statt Unterstützung zu erfahren, geraten sie in eine Endlosschleife aus Erklären und Rechtfertigen:

  • „In der Schule klappt es doch.“
  • „So schlimm kann es nicht sein.“
  • „Das ist doch normal in dem Alter.“
  • „Verlangen Sie nicht zu viel von ihrem Kind, setzen Sie es nicht so unter Druck“
  • „Es ist doch gut, wenn ein Kind gut ist.“

Doch was hier passiert, ist gravierend:
Die Wahrnehmung der Eltern wird infrage gestellt. Die Bedürfnisse des Kindes werden heruntergespielt. Und notwendige Hilfe wird aufgeschoben – manchmal so lange, bis es zu spät ist.

Statt Unterstützung zu erfahren, geraten die Eltern in eine Endlosschleife sich rechtfertigen zu müssen.

Wenn Hilfe immer wieder vertagt wird

Einer der belastendsten Punkte ist nicht einmal das Problem selbst – sondern die Tatsache, dass Lösungen immer wieder aufgeschoben werden.

  • Gespräche verlaufen im Kreis, Maßnahmen werden angekündigt, aber nicht umgesetzt
  • und die Dringlichkeit wird überhaupt nicht erkannt. Selbst mir ist es oft passiert, dass ich vertrauensvoll auf die Zusicherung „im nächsten Schuljahr machen wir anspruchsvollere Themen mit den Kindern“ vertraut habe, und was zunächst wie eine viel versprechende Perspektive aussah, wandelte sich in die sogenannte Aufschieberitis. Denn im Folgejahr passierte immer wieder das Gleiche. Die Verzweiflung bei den Kindern und Eltern wächst in solchen Situationen, das Gefühl, fehl am Platz zu sein, nimmt zu, und das Kind verkrümmt sich immer mehr. Die Eltern verzweifeln, denn nein, sie sind nicht in der Lage, den Frust und den Druck, den Anpassungsdruck aus der Schule, nachmittags auszugleichen.

Für die Eltern bedeutet das: Sie müssen immer wieder von vorne anfangen. Immer wieder erklären. Immer wieder kämpfen. Das kostet Kraft. Enorme Kraft.
An sich mag ich das Wort „kämpfen“ gar nicht, aber genau dieses Gefühl beschreiben mir viele Eltern.

In dieser Situation zu stecken und zuzusehen, wie das eigene Kind immer mehr an sich zweifelt und das starke Gefühl entwickelt, nicht zu passen, ist nicht nur enttäuschend, sondern auch enorm belastend für die Eltern.

Die unsichtbare Belastung

Was dabei oft vergessen wird: Diese Situation betrifft nie nur das Kind allein. Sie zieht sich durch die gesamte Familie.

Die Eltern stehen unter Dauerstress. Sie tragen Verantwortung, Zweifel und Druck gleichzeitig. Druck der Kinder und Druck der Schule, das permanente Gefühl selbst ständig misverstanden zu sein. 
Sie versuchen, ihr Kind emotional aufzufangen – während sie selbst kaum Halt bekommen und kaum Möglichkeiten zum Austausch haben.

Und gleichzeitig wissen sie:

Wenn wir jetzt nicht stark bleiben, bricht unser Kind vielleicht wirklich ein.

Diese innere Verpflichtung ist enorm. Denn viele hochbegabte, hochsensible Kinder reagieren nicht einfach „ein bisschen empfindlich“.

Sie ziehen sich zurück.
Sie verlieren Motivation.
Sie entwickeln Selbstzweifel.
Im schlimmsten Fall geben sie sich innerlich auf.

Viele dieser Kinder schleifen an der ganz dünnen Grenze zur Depression und nein es ist kein vorübergehender Zustand – diese Situation spiegelt und streut auf das gesamte Leben. Weil die Eltern das sehr gut wissen, belastet sie diese Situation, dieses Ungleichgewicht im Können der Kinder, später auch im Wollen, verkümmerte Motivation, Leben im Dauerstress sehr. 

Die Belastung der Eltern von hochbegabten, höchstbegabten und oft hochsensiblen Kindern bleibt oft nach außen unsichtbar.

Das wird oft übersehen – Die Last liegt oft bei den Müttern

Ein Aspekt, über den viel zu selten gesprochen wird:
Die Hauptlast dieser Situation wird in vielen Familien von den Frauen getragen.

Nicht, weil Väter nicht involviert sind – sondern weil Mütter in der Praxis, nach der Schule oft mehr Zeit mit den Kindern verbringen und dadurch näher an ihrem Alltag sind. Sie erleben die feinen Veränderungen, die Stimmungsumschwünge, die Erschöpfung – ungefiltert und unmittelbar.

Sie sind es, die:

  • die Nachmittage auffangen
  • die emotionalen Ausbrüche begleiten
  • die Gespräche führen
  • die Sorgen nachts mit ins Bett nehmen

Sie sehen nicht nur das „Problem“. Sie fühlen es – jeden Tag. Und genau das verstärkt die Belastung enorm.

Eltern – und besonders viele Mütter – befinden sich dadurch in einem permanenten Spannungsfeld:

  • Sie müssen kämpfen – obwohl sie erschöpft sind.
  • Sie müssen erklären – obwohl sie sich nicht gehört fühlen.
  • Mütter stehen unter der Erwartung, Stabilität zu gewährleisten – trotz eines Schulsystems, dessen Auswirkungen häufig destabilisieren. Es ist auch nicht eine Erwartung der Stabilität, sondern eine Notwendigkeit stabil zu bleiben für die eigenen Kinder.

Und genau hier liegt die große Gefahr: Wenn diese Belastung über lange Zeit anhält, erschöpft sie nicht nur das Kind – sondern die gesamte Familie.

Natürlich kann man sagen, dass die Schulzeit irgendwann mal vorbei geht – aber das ist doch nicht die Lösung, denn die Zeit die schön sein sollte, kommt nie zurück.

Was sich ändern muss

Es braucht ein Umdenken.

Nicht jedes Problem ist sofort sichtbar. Nicht jedes Kind zeigt sein Leiden im Klassenzimmer.
Und nicht jede elterliche Sorge ist „übertrieben“.

Gerade bei hochbegabten und hochsensiblen Kindern gilt:

1. Frühes Zuhören verhindert späte Krisen.
2. Ernstnehmen ist keine Option – sondern Voraussetzung.
3. Zusammenarbeit mit Eltern ist kein „Extra“ – sondern essenziell.

Dieser Text ist ein Einblick in die Realität vieler Familien, die Tag für Tag versuchen, das Richtige zu tun – für ihre Kinder. So dass die Kinder die Möglichkeit zu einer normalen, gesunden Entwicklung bekommen. Einer Entwicklung, deren Grundlage nicht die Zweifel sind. Dabei fühlen sich die Eltern sehr oft allein gelassen.

Vielleicht ist genau das der wichtigste Punkt:

Diese Eltern übertreiben nicht.
Sie beobachten. Sie spüren. Sie tragen.

Und sie brauchen keine Zweifel.
Sie brauchen Partner.

Denn die Schule sollte Kinder stärken. Und Familien nicht zerbrechen lassen.

Die Schule sollte Kinder stärken und Familien nicht zerbrechen lassen.

Brzeska Malgorzata

Hallo, ich bin Dr. Małgorzata Brzeska.

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Denn oft geht es nicht nur um das Kind.
Es geht auch um dich.

Um deine Erschöpfung.
Deine Zweifel.
Dein Gefühl, nicht gehört oder nicht ernst genommen zu werden.

Und genau hier setze ich an.

In meinem 1:1 Coaching und Mentoring begleite ich Eltern hochbegabter, hochsensibler und intensiver Kinder dabei, wieder in ihre eigene Stärke zu kommen.
Klarheit zu gewinnen.
Sicherheit im Handeln zu entwickeln.
Und Wege zu finden, die sich nicht nur für das Kind – sondern auch für dich stimmig anfühlen.

Denn du kannst dein Kind nur dann wirklich tragen, wenn auch du Halt hast. Du musst diesen Weg nicht allein gehen.

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